Der Kampf gegen illegales Glücksspiel & Sportwetten geht weiter: Die Gaming in Germany Conference 2025 in Berlin sorgte für Aufschluss

Scritto il 02/02/2026
da LIGABlatt

Für viele Fußballfans bedeutet das Wetten auf Sportereignisse eine unterhaltsame Ergänzung zum Geschehen auf dem Rasen. Das legale Angebot in Deutschland nimmt langsam an Fahrt auf, doch der Schwarzmarkt wächst gleichzeitig schier unaufhaltsam weiter. Die Fachkonferenz der deutschen Glücksspielbranche in Berlin zeigte im vergangenen Winter, dass illegale Betreiber von Sportwetten-Portalen und iGaming-Plattformen trotz strenger Regulierungen auch weiterhin Erfolge feiern.

Sportwetten, Glücksspiel und der Fußballsport haben schon seit langer Zeit einen gemeinsamen Bezugspunkt. Fußballvereine auf der ganzen Welt gehen Werbeparnerschaften mit den Betreibern von Sporwetten-Portalen und iGaming-Plattformen ein. Ihre Namen erscheinen auf den Banden im Stadion, den Trikots der Mannschaften und während Werbeeinblendungen im TV oder im Live-Stream. Fußballfans stoßen im Netz jedoch auch auf Sportwettenangebote, welche keine deutsche Lizenz aufweisen. Sie werden häufig rund um große Spiele beworben und sind recht einfach zu erreichen. Auf der "Gaming in Germany Conference 2025" in Berlin stand genau diese Entwicklung im Mittelpunkt und es wurde ausführlich über das illegale Angebot im Internet diskutiert.

Die deutsche Glücksspielbranche wird seit dem Jahr 2021 streng reguliert. Der Glücksspielstaatsvertrag sollte für Ordnung sorgen, den Schutz der Spieler auf ein neues Niveau anheben und das illegale Angebot Stück für Stück zurückdrängen. Bis dato konnten jedoch nicht all diese Zielsetzungen vollends umgesetzt werden.

Die Berliner Konferenz in der Übersicht: Redner und Themen

Am 11. November 2025 wurde die "Gaming in Germany Conference 2025" in Berlin abgehalten. Das DoubleTree by Hilton am Kurfürstendamm war der Veranstaltungsort. Mehr als 130 Teilnehmer aus Politik, Aufsicht, Verbänden und der Glücksspielbranche kamen dort zusammen.

Zu den Rednern gehörten u. A.:

  • Mathias Dahms, Präsident des Deutschen Sportwettenverbands (DSWV)
  • Dr. Dirk Quermann, Präsident des Deutschen Online Casino Verbands (DOCV)
  • Vertreter der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL)
  • Marktexperten von H2 Gambling Capital

In den zahlreichen Gesprächsrunden ging es vor allem um die Frage, warum das illegale Angebot im Internet weiter wächst, obwohl klare gesetzliche Richtlinien existieren. Im Verlauf der Diskussionen zeigte sich schnell, dass es für diese Entwicklung mehrere Gründe gibt.

Darum nutzen viele Spieler auch weiterhin illegale Wettangebote und Online-Casinos

Ein zentrales Thema der Konferenz war Nutzungsverhalten der Spieler. Illegale Wettanbieter und Online-Casinos unterliegen nicht den deutschen Regeln. Sie müssen keine Einsatzlimits einhalten, sind bei Bonusaktionen kaum eingeschränkt und sind optisch kaum von regulierten Portalen zu unterscheiden. Zahlreiche Nutzer informieren sich deshalb auf unabhängigen Vergleichsportalen zu seriösen Angeboten wie einem 25 Euro ohne Einzahlung Bonus. Auf diese Weise stellen sie sicher, dass sie nicht unwissentlich auf dem Portal eines illegalen Betreibers spielen und erhalten alle wichtigen Informationen zum Lizenzstatus, den Spielerschutzmaßnahmen sowie den angebotenen Wettmärkten oder Spielen.

Auf der Konferenz wurde deutlich gemacht, dass Spielerschutz nur greift, wenn Spieler im regulierten Markt bleiben. Rund um Fußballspiele mit hoher Reichweite wirken solche Aktionen auf viele Fans besonders verlockend.

Für manche Nutzer zählen einfache Anmeldung, schnelle Auszahlungen und hohe Einsätze mehr als rechtliche Sicherheit. Viele weichen deshalb bewusst auf illegale Angebote aus, um sich allen Schutzmechanismen vollständig zu entziehen, was den Kampf gegen den Schwarzmarkt erschwert.

So groß ist das illegale Angebot im Sportwettenbereich

Laut einer Marktanalyse von H2 Gambling Capital aus dem Jahr 2024 stammen in Deutschland rund 20 % bis 25 % der Online-Glücksspielumsätze von Anbietern ohne deutsche Lizenz. Ein erheblicher Teil davon entfällt auf Sportwetten.

Auch die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder bestätigt den hohen Aufwand. In ihrem Tätigkeitsbericht2024 gibt sie an, mehr als 1.700 Verfahren gegen illegale Glücksspielangebote eingeleitet zu haben. Viele dieser Seiten richteten sich gezielt an deutsche Nutzer, darunter auch an Fußballfans.

Auf der Konferenz wurden diese Zahlen als klares Zeichen dafür gewertet, dass die bestehenden Maßnahmen das illegale Angebot bislang nicht ausreichend eindämmen konnten.

Die Folgen für Fußball, Vereine und Fans

Auch für den Fußball hat diese Entwicklung direkte Auswirkungen. Deutsche Vereine dürfen nur mit lizenzierten Wettanbietern werben. Diese Anbieter müssen sich an strenge Regeln halten und tragen Kosten für Steuern und Spielerschutz.

Illegale Anbieter tauchen dagegen häufig bei ausländischen Ligen, Streamingseiten oder Social-Media-Kanälen auf. Auf diese Weise erreichen sie deutsche Fans, ohne denselben Pflichten zu unterliegen. Auf der Konferenz wurde mehrfach darauf hingewiesen, dass dadurch ein Ungleichgewicht entsteht.

Es gestaltet sich für Fußballfans immer schwieriger, ein legales von einem illegalen Angebot zu unterscheiden. Insbesondere bei internationalen Spielen verschwimmen die Grenzen zunehmend. Das kann rechtliche Risiken mit sich bringen und das Vertrauen in den Markt schwächen.

Darum reicht die Regulierung allein nicht aus

Ein weiterer Punkt der Diskussion war die Durchsetzung der Regeln. Nationale Gesetze stoßen im Internet schnell an Grenzen. Illegale Anbieter wechseln Domains, Zahlungswege oder Firmensitze sehr schnell und passen sich den Gegebenheiten an.

Auf der Konferenz wurde betont, dass Aufsichtsbehörden für jede Sperre formale Verfahren durchlaufen müssen. Illegale Plattformen reagieren dagegen flexibel und weichen schnell aus. Dieser Zeitvorteil verschafft dem Schwarzmarkt immer wieder neue Spielräume.

Deshalb wurde auch über stärkere internationale Zusammenarbeit gesprochen. Konkrete Lösungen wurden nicht beschlossen, doch der Handlungsbedarf wurde klar benannt.

Was sich 2026 verändern könnte

Nach der Gaming in Germany Conference 2025 ist klar, dass der Schwarzmarkt nicht von heute auf morgen verschwinden wird. Illegale Anbieter reagieren schnell auf neue Regeln und nutzen internationale Strukturen, die sich nur schwer kontrollieren lassen. Nationale Gesetze stoßen dabei immer wieder an ihre Grenzen.

Der Fokus richtet sich deshalb auf die für dieses Jahr (2026) geplante Überprüfung des Glücksspielstaatsvertrags. Im Mittelpunkt stehen vor allem Sportwetten, da sie für viele Spieler besonders attraktiv sind und eine große Rolle im Fußball spielen.